Ich möchte zu meinem am Montag angekündigten Selbstversuch, im April mit dem Ernährungsanteil im Hatz-IV-Regelsatz auszukommen, noch einmal meine Intention hier verdeutlichen und auf einige Argumente eingehen, die in der Zwischenzeit in diversen Foren der Sachbearbeiter(innen) und Leistungsberechtigten diskutiert worden sind.
Meine vorrangige Motivation ist es nicht nachzuweisen, dass man von dem Regelsatz leben kann. Das beweisen Millionen Hartzler jeden Monat aufs Neue.
Ich möchte nachvollziehen können, wie es sich mit dem Geld lebt. Wie stark muss man sich einschränken? Wie fühlt man sich, wenn am Ende der Woche / des Monats das Geld knapp wird? Kann man mit guter Planung ein vernünftiges Leben hinkriegen? Wie ist das Gefühl, wenn man Freunden sagen muss, dass man nicht mit Essen geht, weil kein Geld da ist? Macht es einen Unterschied, ob ich nur drei Kekse zum Kaffee esse (siehe Vorschlag Sarrazin) weil ich nicht will und sonst zu fett werde oder weil ich kein Geld mehr für den vierten Keks habe? Wie finde ich das, wenn ich den ganzen Monat nur Leitungswasser trinken soll, weil ich mir was „richtiges“ zum Trinken nicht leisten kann?
Wegen dieser Überlegungen spielt es auch keine Rolle, ob ich mich als Vegetarier fleischlos ernähre oder Fleisch kaufen muss/will. Es wurde auch vorgeschlagen, ich solle das mindestens ein Jahr lang durchziehen – ok ich gebe zu, da passe ich, auch wenn das sicher noch lehrreicher wäre.
Man mag es mir also glauben oder nicht: Ich mein’s Ernst und nicht zynisch. Ich bin gespannt auf den Monat.
Noch eine Einladung an die Kolleg(inn)en: Ich habe im Sachbearbeiter(innen)forum die Kolleg(inn)en eingeladen, sich anzuschließen. Mache ich die Aktion allein, bleibt es meine spinnerte Idee (was auch nicht so schlimm wäre). Gäbe es eine stattliche Anzahl von Kolleg(inn)en, die einfach mal sich in einem kleinen Bereich im Leben der Kunden ausprobieren wollen, wäre das sicher ein Signal, das die Kluft überbrücken kann statt zu vergrößern (was nicht heißen soll, dass es dafür keine anderen Mittel und Wege gibt).